Italien prüft die Arbeit der Rating Agenturen
„Consob“ – das ist die italienische Börsenaufsicht, kontrolliert derzeit verstärkt die Arbeit der Rating Agenturen. Aktuell hat sie Moody’s und Standard & Poor’s im Visier. Bei der Prüfung von Moody’s geht es vor allem um eine öffentliche Stellungnahme, die am 23. Juni 2011 abgegeben wurde. In dieser wurde die aktuelle Situation von 16 italienischen Banken so bewertet, dass sie mit einer Herunterstufung beim Rating rechnen müssen.
Standard & Poor’s dagegen muss sich für eine Kritik an den unlängst beschlossenen Sparmaßnahmen der italienischen Regierung verantworten, die nach Ansicht der Börsenaufsicht etwas zu vorschnell abgegeben worden sein soll. Das Sparpaket umfasst ein Volumen von etwa 47 Milliarden Euro und ist nach Ansicht der regierenden Politiker zur wirtschaftlichen Konsolidierung des Landes dringend notwendig.
Der Präsident der Börsenaufsicht, Guiseppe Vegas, äußerte in einem Medieninterview, dass er die Arbeit der Rating Agenturen schon längere Zeit für „sehr bedenklich“ hält. Seine konkreten Kritikpunkte bestehen in der fehlenden Unabhängigkeit, „undurchsichtiger Arbeitsmethoden“ sowie den in der Vergangenheit aufgetretenen Fehlern und der bestehenden Interessenskonflikten.
Möglich wird die verstärkte Kontrolle der Rating Agenturen durch ein Gesetz, das erst im Jahr 2010 auf den Weg gebracht worden war, und das der Börsenaufsicht weitergehende Rechte einräumt. Auch die ESMA, das ist eine Kontrollbehörde der Europäischen Union, soll sich mit der Tätigkeit der Rating Agenturen demnächst intensiver befassen.